Adaptiver ICF-orientierter Fragebogen zu Mobilität und Selbstversorgung (MOSES Fragebogen)
Ausführlicher Projekttitel: Die Entwicklung eines adaptiven, an den Grundstrukturen der ICF orientierten Patienten/Arzt-Fragebogens zur Erfassung von für die GKV wesentlichen Bereichen der Aktivitäten/Teilhabe (Mobilität, Selbstversorgung) (MOSES-Fragebogen)
Der MOSES-Fragebogen
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Publikationen
Farin E, Fleitz A, Follert P. Entwicklung eines ICF-orientierten Patientenfragebogens zur Erfassung von Mobilität und Selbstversorgung. Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2006; 16:197-211.
Farin E, Fleitz A, Frey C. Psychometric properties of an ICF-oriented, adaptive questionnaire for the assessment of mobility, self care and domestic life. Journal of Rehabilitation Medicine 2007; 39(7):537-546.
Farin E, Fleitz A. The development of an ICF-oriented, adaptive physician assessment instrument of mobility, self care, and domestic life. International Journal of Rehabilitation Research 2009; 32(2):98-107.
Zielsetzung
Die Zielsetzung der Entwicklung des MOSES-Fragebogens besteht darin, ein adaptives, rehabilitationsspezifisches Assessmentinstrument zu entwickeln, welches Mobilität und Selbstversorgung erfasst und sich inhaltlich an den entsprechenden Kategorien der ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) orientiert. Das Projekt fand im Rahmen der Weiterentwicklung des QS-Reha®-Verfahrens (Qualitätssicherung durch die Gesetzlichen Krankenkassen in der medizinischen Rehabilitation) statt und wurde durch die Spitzenverbände der GKV gefördert.
Der MOSES-Fragebogen soll die bisher eingesetzten generischen Instrumente (wie z.B. den IRES-Fragebogen) um die Möglichkeit eines individuellen Assessments des Reha-Erfolgs anhand ICF-orientierter Kategorien ergänzen. Um den individuellen Reha-Erfolg besser abbilden zu können, wurde die Methode des "adaptiven Testens" (Kubinger, 2003) angewandt, welche eine individuelle Testung der Patienten ermöglicht. Als methodische Basis wurde die probabilistische Testtheorie (Rasch-Modell) zu Grunde gelegt. Ein nach dem Rasch-Modell skalierter Fragebogen erlaubt den Vergleich von Personen, auch wenn diese unterschiedliche Aufgaben bzw. Fragebogen-Items bearbeitet haben (Tesio 2003). Der MOSES-Fragebogen wird in einer Patienten- und einer Arzt-Version entwickelt und soll in letzterer eine ICF-bezogene Reha-Zielfestlegung unterstützen, damit neben Effekten zwischen Aufnahme und Entlassung auch Grade der Zielerreichung gemessen werden können.
Zur Entwicklung und Erprobung des Instruments wurde der Fragebogen in zwei Phasen an insgesamt ca. 1800 Patienten aus unterschiedlichen Rehabilitationseinrichtungen (s.u. Teilnehmende Kliniken) getestet.
Vorgehen und Untersuchungsdesign
| Konstruktion der Fragebogen-Items
(ca. März - April 2004) |
Regelgeleitetes Vorgehen zur Konstruktion der Items (Allgemeine Regeln für die Ableitung von Skalen aus den dreistelligen Kategorien der ICF sowie Itemgenerierungsregeln für die Konstruktion von Items bezüglich der vierstelligen Kategorien) |
| Pre-Test 1
(ca. April 2004) |
Think-aloud und comprehension probing (Prüfer & Rexroth 1996, Collins, 2003) mit ca. N=15 Patienten im Einzelinterview. Test und Überprüfung der Itemformulierungen sowie der Verständlichkeit der "Sprungfragen" |
| Pre-Test 2
(ca. Aug. - Dez. 2004)
|
Vorlage des vorläufigen Fragebogens an ca. 800 Patienten bei Aufnahme in Rehabilitationskliniken der Indikationsgruppen Muskuloskeletale Erkrankungen, Kardiologie und Neurologie (Teilnehmende Kliniken s.u.). Anhand dieser Daten soll die Itemkalibrierung nach dem Rasch-Modell durchgeführt werden. |
| Erprobungsphase
(ca. Jan. - Nov. 2005)
|
Einsatz des Fragebogens bei Aufnahme und Entlassung bei ca. 1000 Patienten oben genannter Indikationsgruppen. Zur Validierung werden bereits weitere bekannte Fragebögen wie z.B. der Funktionsfragebogen Hannover eingesetzt. Die methodische Prüfung umfasst die Bestimmung der Rasch-Gütekriterien, Reliabilität, Änderungssensitivität, konkurrente Validität und diskriminante Validität. Neben dem Fragebogen für die Patienten (MOSES-P) wird zusätzlich eine Version zur Fremdbeurteilung durch die behandelnden Ärzte eingesetzt (MOSES-A) |
Links
ICF - Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit zum Download bei DIMDI
Übersicht über ICF-Projekte im deutschsprachigen Raum
Abteilung Qualitätsmanagement & Sozialmedizin
Universitätsklinikum Freiburg www.aqms.de
Publikationen
Zur ICF
Dahl, T.H. (2002). International classification of functioning, disability and health: an introduction and discussion of its potential impact on rehabilitation services and research. Journal of Rehabilitation Medicine; 34: 201-204
Schuntermann, M. (2003). Grundsatzpapier der Rentenversicherung zur Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Deutsche Rentenversicherung; 1-2/2003: 52-59
Stucki, G.; Ewert, T.; Cieza, A. (2003) Value and application of the ICF in rehabilitation medicine. Disabil Rehabil. 25; 628-34.
Üstün, T.B.; Chatterji, S.; Bickenbach, J.; Kostanjsek, N.; Schneider, M. (2003). The International classification of functioning, Disability and Health: a new tool for understanding disability and health. Disability & Rehabilitation; 25(11-12): 565-571
Zur Fragebogenkonstruktion/Methodik
Collins, D. (2003) Pretesting survey instruments: An overview of cognitive methods. Quality of Life Research; 12: 229-238
Hays, R.D.; Morales, L.S.; Reise, S.P. (2000). Item Response Theory and Health Outcomes Measurement in the 21st Century. Medical Care; 38(9): II-28-II-42
Kubinger, K.D. (2003). Adaptives Testen. In: Kubinger, K.D. & Jäger, R.S. (Hrsg.). Schlüsselbegriffe der psychologischen Diagnostik. Weinheim: Beltz PVU; 1-9
Prüfer, P. & Rexroth, M. (1996). Verfahren zur Evaluation von Survey-Fragen: Ein Überblick. ZUMA-Nachrichten; 39: 95-116
Tesio, L. (2003). Measuring behaviours and perceptions: Rasch analysis as a tool for
rehabilitation research. Journal of Rehabilitation Medicine; 35: 105-115
Zum Projektkontext (QS-Reha®-Verfahren)
Farin, E.; Gerdes, N.; Jäckel, W.H.; Follert, P.; Klein, K.; Glattacker, M. (2003). "Qualitätsprofile" von Rehabilitationskliniken als Modell der Qualitätsmessung in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement; 8(3): 191-204
Zum Projekt
Ansprechpartner
Projektleiter
Dr. phil. Dipl. Psych. Erik Farin
Universitätsklinikum Freiburg
Abt. Qualitätsmanagement und Sozialmedizin
Breisacher Str. 62 / Haus 4
79106 Freiburg
Tel. 0761 / 270-7443
Fax 0761 / 270 7331
E-Mail:erik.farin@uniklinik-freiburg.de
Projektmitarbeiter
Dipl. Gesundheitswirtin Annette Fleitz
Universitätsklinikum Freiburg
Abt. Qualitätsmanagement und Sozialmedizin
Breisacher Str. 62 / Haus 4
79106 Freiburg
Tel. 0761 / 270-7359
Fax 0761 / 270 7331
E-Mail:annette.fleitz@uniklinik-freiburg.de
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