Qualitätssicherung Kinder- und Jugend-Rehabilitation
Die Qualitätssicherungsprogramme der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung in der medizinischen Rehabilitation sahen bisher die Einbeziehung von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche nicht vor. Da diese Form der Rehabilitation einen wichtigen Beitrag im Rahmen der medizinischen und psychosozialen Versorgung chronisch kranker, behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher leistet, wurde gemeinsam von DRV und GKV ein Projekt zur Erfassung der "Strukturqualität von Einrichtungen zur stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen" initiiert. Zentrales Projektziel war, eine Datengrundlage zur Abschätzung der derzeitigen Ausgestaltung und Qualität der Angebote zu erheben. Mit der Projektdurchführung wurden das Institut für Medizinische Psychologie in Hamburg sowie die Abteilung für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin in Freiburg (AQMS) beauftragt. Projektauftrag war es auch, einen Strukturbogen und eine Kriterienliste (Basis- und Zuweisungssteuerungskriterien) zu entwickeln. Zudem wurden Visitationen zur Validierung und Vertiefung der schriftlich erhobenen Daten in einem Teil der insgesamt 79 beteiligten Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt.
Eine Liste der beteiligten Einrichtungen finden Sie
hier.
Die wissenschaftlichen Projektarbeiten zur Entwicklung von Kriterien der Strukturqualität für den Bereich der stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen sind im Frühjahr 2006 abgeschlossen worden [Petersen C. et al. 2006]. Durch das gemeinsame Vorgehen der Rehabilitationsträger liegen für diesen Leistungsbereich bundesweit einheitliche Qualitätsanforderungen bezüglich der Strukturkriterien vor.
Aufbauend auf den vorliegenden Abschlussergebnissen und Analysen der strukturellen Voraussetzungen in den Kinder-Jugend-Rehabilitationseinrichtungen haben die Spitzenverbände der Krankenkassen und die Deutsche Rentenversicherung Bund vereinbart, nunmehr das Projekt "Ergebnisqualität der stationären medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen" durchzuführen. Grundlage und Ausgangspunkt sollen die bisherigen Qualitätssicherungsinstrumente und Verfahrensweisen aus den Qualitätssicherungsverfahren für die stationäre medizinische Rehabilitation bei Erwachsenen sein.
Die Ergebnisqualität stellt im Rahmen der Qualitätssicherung die zentrale Dimension dar. Sie bezieht sich vornehmlich darauf, in welchem Ausmaß die individuellen, indikationsspezifischen und generellen Ziele der durchgeführten Rehabilitationsmaßnahme erreicht werden. Konkret müssen für die Qualitätssicherung die Ergebnisse der Leistungserbringung, die aus dem individuellen Rehabilitationsauftrag hervorgehen, valide dokumentiert werden. Ferner sind Methoden und Verfahren zu entwickeln, die eine vergleichende Darstellung der Ergebnisse der Rehabilitationseinrichtungen ermöglichen. Die valide Messung von individuellen, personenbezogenen Behandlungsergebnissen und darauf aufbauende faire Vergleiche zwischen Rehabilitationseinrichtungen stellen eine hohe wissenschaftliche Herausforderung dar. Gleichzeitig müssen Aufwand und Nutzen von Methoden und Verfahren in einem angemessenen Zusammenhang stehen.
Aufgabe und Ziel des Entwicklungsprojektes ist es, geeignete Instrumentarien und Methoden zu entwickeln, die eine Verwendung für das Routineverfahren der Qualitätssicherung der Deutschen Rentenversicherung und der Gesetzlichen Krankenversicherung ermöglichen. Im September 2008 startete das Projekt mit einer 18-monatigen Laufzeit. Die Umsetzung erfolgt in zwei Projektphasen: Eine Konzeptphase, in der auf der Basis von Literaturanalysen, Expertenbefragungen etc. der Vorschlag für ein Instrumentarium erarbeitet wird, und eine Pilotphase (Anfang Mai 2009) mit dem Ziel der Praxiserprobung für eine zukünftige Routine. Die wissenschaftliche Begleitung wird durch die Abteilung Qualitätsmanagement und Sozialmedizin (AQMS) in Freiburg geleistet.
Eine Liste der beteiligten Einrichtungen finden Sie
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Verfahren und Instrumente zur Prozessqualität sollen zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Projekt entwickelt werden.
Download der Strukturkriterien für Kinder-Jugend-Rehabilitation
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